Martinas Weg von Paganella zu den Snowboard-Deaflympics

Martinas Weg von Paganella zu den Snowboard-Deaflympics
Tuesday 9 February 2021

Wie fast alle Kinder aus Dolomiti Paganella hat die 22-jährige Martina Osti aus Andalo schon sehr früh, nämlich im Alter von fünf Jahren, das Skifahren gelernt. Doch schon bei ihren ersten Skikursstunden war sie völlig vom Anblick eines Mädchens fasziniert, das mit seinem Snowboard die Pisten der Paganella hinunterfuhr und dabei die schönsten Sprünge und Kunststücke hinlegte. „Ein Jahr später hatte ich schließlich Mut gefasst und bat das Mädchen, mir zu zeigen, wie das geht mit dem Snowboard. Es hat mir gleich total gut gefallen, und so habe ich bald das Skifahren sein gelassen und mich ganz dem Snowboarden gewidmet.“

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Martina verbesserte bald schon ihre Technik und fühlte sich sicher genug, allein auf den Pisten zu boarden. Die Winter waren nunmehr angefüllt mit den Stunden, die sie mit ihren Freunden draußen auf der Piste verbrachte, und der Arbeit im familieneigenen Hotel, wo sie mit Begeisterung ihren Eltern half. Bis der Telefonanruf kam, der alles veränderte.

„Anfang 2019 erhielten meine Eltern einen Anruf von der FSSI (dem italienischen Gehörlosen-Sportverband) und erfuhren, dass ich in die Snowboard-Nationalmannschaft aufgenommen worden war. Man hatte mich auf den Pisten der Paganella fahren sehen und war von meiner Technik beeindruckt gewesen. Als ich das hörte, konnte ich es glauben, denn ich war in meinem ganzen Leben noch kein einziges Rennen gefahren und ging nur aus reinem Spaß und Begeisterung zum Snowboarden. Und auf einmal war ich Teil der italienischen Nationalmannschaft!“

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„Mein erstes Trainingslager hatte ich im Juni 2019 am Stilfser Joch. Ich konnte immer noch kaum glauben, dass ich tatsächlich mit der Nationalmannschaft trainierte und die italienischen Farben trug! Als ich zurückkam, erzählte ich alles bis ins kleinste Detail meinen Eltern, meiner Familie und vor allem Silvia Bresciani. Silvia ist das Mädchen, das mir 15 Jahre zuvor die ersten Schwünge mit dem Snowboard beigebracht hatte und die für mich bis heute noch in jeder Hinsicht meine Lehrerin ist. Ich hatte sie auch gebeten, mit mir zwischen Juni und Oktober zweimal pro Woche zum Stilfser Joch zu fahren. Ich wollte bei den Olympiade unbedingt in absoluter Spitzenform antreten.“

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Im Dezember ging es dann für Martina und ihre Teamkollegen nach Santa Caterina Valfurva, denn im Veltlin und im Valchiavenna fanden die 19. Winter Deaflympics statt, die Stillen Olympischen Spiele für Gehörlose. Vom 12. bis zum 19. Dezember trugen Sportler aus 34 Nationen ihre Wettkämpfe aus. „Bei der Eröffnungszeremonie hat mich die Rührung gepackt. Ich hatte noch nie an so einer Veranstaltung teilgenommen, mit so vielen Menschen aus der ganzen Welt.“

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Martina startete bei zwei Wettkämpfen – im Riesenslalom und im Parallelslalom. „Es waren meine ersten Rennen überhaupt! Die ersten Tage befand ich mich in einem Dauerzustand aus Euphorie und Aufregung. Ich habe wahnsinnig viel trainiert und wir hatten eine Menge Vorbereitungs-Meetings. Am Schluss wurde ich Neunte, was sich für mich aber anfühlte, als hätte ich gewonnen, weil ich eigentlich befürchtet hatte, letzte zu werden!“

Martina fuhr zufrieden wieder nach Hause, im Wissen um ihre Fähigkeiten und wildentschlossen, noch besser zu werden. „Leider lässt mich diese Pandemie nicht so arbeiten, wie ich gerne würde“, erzählt sie. „Ich trainiere einfach so gut es geht zu Hause, bis ich endlich wieder auf mein Board steigen kann. Auch weil ich unbedingt bei den Deaflympics 2023 teilnehmen will. Die finden angeblich in Kanada statt!“

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